Wiederaufbau nach Corona

Stadt und Landesjugendring fordern mehr Unterstützung für das Ehrenamt

Sommerferien in Baden-Württemberg!

Damit beginnt auch hier die Zeit der Zeltlager, Wandertouren und Hausfreizeiten der Jugenverbände. Gerade jetzt, nach mehr als zwei Jahren fast ganz ohne solche Angebote, ist der Bedarf bei Kindern und Jugendlichen beosnders hoch. Das beweisen nicht zuletzt die rasant gestiegenen Anmeldezahlen. Nur kann leider die Zahl der ehrenamtlich Aktiven mit dem Bedarf nicht Schritt halten.

Die Pandemie hat nämlich viele Ehrenamtliche dazu gebracht, sich zurückzuziehen, aber mit Beginn der Lockerungen auch nicht mehr zurückzukehren. Ursachen dafür gibt es viele. Sei es, dass die Zeit für die eigene Ausbildung oder das Studium genutzt wird, sei es, dass die freie Zeit nötig ist um Geld zu verdienen.
Hinzu kommt, dass es während der großen Einschränkungen nicht möglich war, wie sonst üblich für Nachwuchs zu sorgen und neue Jugendleiter*innen auszubilden. Diese große Lücke muss dringend geschlossen werden, auch wenn das viele Jahre dauern wird.

Der Landesjugendring Baden-Württemberg hat deshalb die diesjährige Sommerferienkampagne ganz dem Thema „Unterstützung des Ehrenamts“ gewidmet und führende Politiker*innen dazu eingleaden, die Freizeiten der Jugendverbände zu besuchen und sich bei den Verantwortlichen sowohl über die Lage als auch über die nötige Unterstützung zu informerien.

Am 4. August war Dr. Peter Kurz, Präsident des Städtetags Baden-Württemberg (Bildmitte mit roter Kappe in der Hand) und gleichzeitig auch Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, beim Zeltlager der evangelisch-freikirchlichen Jugend und des Bonhoeffer-Vereins zu Gast. Daniel Ehmer und Martha Jannik (links im Bild) vom Organisationsteam schilderten eindrucksvoll, welcher Aufwand betrieben wurde, um mehr als 300 Teens eine Woche lang glücklich zu machen. Rund 150 Teamer*innen sind dafür unentgeltlich im Einsatz, opfern häufig dafür sogar einen Teil ihres Jahresurlaubs.

Hier setzten Nico Alt vom Vorstand des Landesjugendrings und Elina Brustinova als Vorsitzende des SJR Mannheim (rechts neben Dr. Kurz) an und forderten sowohl mehr hauptamtliche Unterstützung der Verbände bei der Durchführung der Jugendleiter*innenschulungen, als auch eine bezahlte Freistellung für die Durchführung der Freizeiten oder die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen. Schließlich , so der Tenor, leisten die Ehrenamtlichen einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Deshalb müsse es auch eine bessere institutionelle Förderung geben, damit nicht die aktuell hohe Inflation und die damit verbundene Verteuerung der Freizeitangebote den Aufschwung wieder abwürge. Spontane Hilfen für aktuelle Notlagen, können zwar punktuell wichtig und nötig sein, sichern die Jugendverbandsarbeit aber nicht dauerhaft und auskömmlich ab.

Beim anschließenden Rundgang über das weitläufige Gelände im Süden von Friedrichsfeld konnten sich alle davon überzeugen, dass die Teens im Sommerlager gut aufgehoben und mit großer Begeisterung bei der Sache waren. Das galt insbesondere für die Gruppe Jugendlicher aus der Ukraine, die kostenlos teilnehmen durften und so etwas Ablenkung von den Schrecken des Krieges in ihrem Land hatten.
Im Anschluss an das Sommerlager der Teens folgt in der kommenden Woche das Lager für über 200 Kinder aus Mannheim und Umgebung.

Das Projekt „refresh & recover“ des Stadtjugendrings beschäftigt sich mit den Folgen der Coronapandemie für die Jugendverbandsarbeit in Mannheim.

Nach fünf Monaten intensiver Arbeit von Lena und Andreas, in denen zahlreiche Interviews mit Kinder, Jugendlichen, Ehren- und Hauptamtlichen geführt wurden, war am 28. Juli Zeit für eine erste Zwischenbilanz.


Vielen Dank für die gute Diskussion Bgm. Dirk Grunert, Gemeinderäte Nalan Erol und Chris Rihm, Klemens Hotz! Mit dabei waren außerdem Vertreter*innen unserer Geschäftsstelle, sowie unsere Vorsitzenden Elina und Suhail.

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